Erntehelfer auf Gottes Acker
Ein Gebetsanliegen.
Liebe Gemeindebriefleserinnen und -leser,
Spätsommer und Herbst sind Erntezeit. Ich liebe es, durch den Garten zu schlendern und zu schauen, was hier und da gewachsen ist - und natürlich, was man naschen kann. Süße Himbeeren, frische Trauben, herrlich duftende Möhren. Wer einen Garten hat oder ein Balkon mit Hochbeet, der wird das auch kennen und lieben. Wer in der Landwirtschaft arbeitet, hat sicher nochmal einen anderen Blick darauf. Da mischt sich zur Freude über die Ernte auch manches Schnaufen über viele Arbeit. Erntezeit ist auch Arbeitszeit. Wie gut, wenn es dann Erntehelfer gibt, die helfen, die viele Arbeit zu bewältigen. Früher, als es noch nicht die vielen großen Maschinen gab, war das noch wichtiger.
Jesus spricht in Matthäus 9 auch einmal über die Ernte und nötige Erntehelfer, aber in etwas anderer Weise: „Jesus zog durch die Städte und Dörfer der Umgebung. Er lehrte in den Synagogen und verkündete die Botschaft vom Reich Gottes. Und überall, wo er hinkam, heilte er Menschen von ihren Krankheiten und Leiden. Als er die vielen Menschen sah, hatte er tiefes Mitleid mit ihnen, denn sie hatten große Sorgen und wussten nicht, wen sie um Hilfe bitten konnten. Sie waren wie Schafe ohne Hirten. Deshalb sagte er zu seinen Jüngern: 'Die Ernte ist groß, aber es sind nicht genügend Arbeiter da. Betet zum Herrn der Ernte und bittet ihn, mehr Arbeiter zu schicken, um die Ernte einzubringen.'“
Jesus gebraucht hier das Bild der Ernte, um über eine geistliche Not zu sprechen. Jesus selbst war viel unterwegs und sah, wie es den Menschen ging. Er sah ihre seelische Not und ihre Sorgen. Und er sah, dass viele nicht wussten, an wen sie sich in ihrer Not wenden sollten. Menschen, die nach Halt in ihrem Leben suchen, sind wie eine riesiges Getreidefeld, wie Sträucher voller Beeren oder wie Weinstöcke voll mit Trauben: Sie brauchen jemanden, der sie sammelt, der ihr Leben zu einem Sinn führt und es nicht verderben lässt. Aber es gibt zu wenige, die das tun. Deshalb fordert Jesus seine Jün- ger auf, Gott um Mitarbeiter zu bitten. Also Menschen, die Hoffnung weitergeben und die ansprechbar sind für andere Menschen mit ihren Sorgen.
Als Christen sind wir Erntehelfer Gottes. Jeder einzelne wird gebraucht - sonst verdirbt die Ernte und das heißt: Sonst gehen Menschen an ihrer Hoffnungslosigkeit zu Grunde. Lasst uns Jesu Wort ernst nehmen und um Mitarbeiter beten. Und lasst uns selbst Mitarbeiter sein, die sich in die Ernte Gottes schicken lassen.
Herzliche Grüße,
Ihr Pfarrer Johannes Alex


