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Aufmerksam warten

Im Advent von Jesus lernen. 

Liebe Leserinnen und Leser,

die Adventszeit steht vor der Tür. Eine Zeit des Wartens auf Weihnachten. Doch oft wird aus dem Warten ein Wettlauf gegen die Zeit: Geschenke, Termine und Vorbereitungen füllen unsere Tage. Hektik, Unruhe und Stress machen sich breit. Dabei verlieren wir in der Eile oft mehr, als wir gewinnen. Denn Eile nimmt uns etwas Kostbares: unsere Aufmerksamkeit.

jochGerade in dieser Zeit kann unsere Aufmerksamkeit eine knappe Ressource sein. Denn sie prägt unsere Gedanken und unser Leben. Wenn unsere Gedanken ständig zwischen Aufgaben und Erwartungen hin- und herspringen, bleibt wenig Raum für das, was wirklich wichtig ist: die Beziehungen, die unser Leben tragen – zu Gott, zu unseren Mitmenschen und zu uns selbst.

Entscheidend ist deshalb die Frage, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Genau hier begegnet uns Jesus mit einer Einladung. In Matthäus 11,28 sagt er: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Was für eine Einladung! Jesus sagt nicht: „Strengt euch noch mehr an.“ Er sagt: „Kommt her zu mir.“ Weiter heißt es: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“

Das Joch, von dem Jesus spricht, verbindet zwei Tiere. Diese tragen gemeinsam eine Last, etwa einen Pflug bei der Feldarbeit. Genauso müssen auch wir unsere Lasten nicht allein tragen. Jesus lädt uns ein, Seite an Seite mit ihm unterwegs zu sein und ihm unsere Lasten anzuvertrauen.

Was können wir von Jesus lernen? In den Evangelien sehen wir, dass Jesus sich trotz seiner vielen Wundertaten immer wieder zurückzog, um mit dem Vater zu reden. In der Stille suchte er seine Nähe. Trotz der Erwartungen der Menschen ließ er nicht zu, dass die Geschäftigkeit sein Leben bestimmte. Vielleicht liegt darin eine Einladung für uns in dieser Adventszeit: Unsere Aufmerksamkeit bewusst auf Gott zu richten, Zeiten der Stille zu suchen und nicht jede freie Minute mit einer weiteren Aufgabe zu füllen. Wenn der äußere Lärm leiser wird, können wir auch unseren inneren Lärm wahrnehmen – unsere Sorgen, Erwartungen und Erschöpfung. Und genau dort dürfen wir Jesus begegnen. Advent bedeutet Warten. Vielleicht müssen wir deshalb nicht schneller werden, sondern dürfen wieder lernen zu warten. Nicht alles selbst tragen zu müssen, sondern mit Jesus unterwegs zu sein.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete und besinnliche Adventszeit mit Momenten der Ruhe, mit Aufmerksamkeit für die Beziehungen, die Ihr Leben tragen, und schließlich mit einem fröhlichen Weihnachtsfest, an dem wir feiern, dass Gott uns in Jesus Christus nahegekommen ist und uns in seine Gemeinschaft einlädt. Ihr Florian Frech